Impfaufklärung und Impftermine (Fortsetzung)

Weiter geht’s, nachdem wir im ersten Teil einen Blick auf Tetanus, Diphtherie, Pertussis geworfen hatten.

Poliomyelitis
Die Poliomyelitis (kurz: “Polio”), besser unter der Bezeichnung “Kinderlähmung” bekannt, ist eine sehr ansteckende Krankheit, die durch Viren hervorgerufen wird. Ursächlich hierfür sind überwiegend mit Kot verunreinigte Lebensmittel (zum Beispiel nicht oder nur unzureichend gewaschenes Obst und Gemüse). Symptome für eine Polio-Erkrankung können Fieber, Übelkeit, Hals-, Muskel- oder Kopfschmerz sein. In seltensten Fällen geht sie mit tatsächlichen Lähmungserscheinungen einher. (Lebendimpfung)

Der Weltgesundheitsorganisation WHO ist es durch eine großangelegte Impfaktion gelungen, die Polioviren unter anderem in Deutschland “auszurotten”, so dass es seit fast zehn Jahren (Stand: August 2011) zu keiner (registrierten) Neuerkrankung gekommen ist.

Im Übrigen, die vielen noch bekannte “Schluckimpfung” wurde zwischenzeitlich durch ein intramuskulär, also in den Muskel, zu injizierendes Impfserum ersetzt.

Haemophilus influenzae b (Hib)
Die Haemophilus influenzae Typ b (Hib) ist eine durch Bakterien verursachte schwere entzündliche Krankheit, die sich auf den Hals-Nasen-Ohrenbereich auswirkt. Besonders schwerwiegend ist sie bei Kindern bis zum fünften Lebensjahr. Nebenwirkung der Hib können Kehldeckel- (Erstickungsgefahr!) und eitrige Hirnhautentzündungen (Meningitis) sein. Folgeschäden dieser Krankheit können – trotz Behandlung – Hörschäden und Entwicklungsstörungen sein. (Totimpfung)

Hepatitis B
Die Viruserkrankung stellt eine Entzündung der Leber dar, und ist hochgradig ansteckend. Die Übertragung erfolgt durch Körperflüssigkeiten (zum Beispiel Blut oder Sperma). Die Hepatitis B verläuft entweder akut, so dass sie nach etwa einem halben Jahr ausgestanden ist, oder chronisch. Das Alter von Erkrankten spielt im Hinblick auf die vollständige Genesung eine große Rolle; je jünger ein Betroffener ist, desto wahrscheinlicher sind bleibende Schäden der Leber. (Totimpfung)

Masern, Mumps und Röteln (MMR)
Bei den Masern handelt es sich um eine sehr ansteckende Viruserkrankung, die durch eine sogenannte Tröpfcheninfektion übertragen wird und die oberen Atemwege betrifft. Einher geht eine Masernerkrankung mit Hautauschlag, der rötlich gefleckt ist. Die Krankheit schwächt das Immunsystem enorm, so dass Begleit- und Folgeerkrankungen wie Bronchitis, Mittelohr- oder Lungenentzündungen auftreten können. Ebenso kann es zu einer Hirnhautentzündung (Meningitis) kommen, die zu bleibenden Schäden oder dem Tode führen kann.

Mumps, auch “Ziegenpeter” genannt, ist ebenfalls eine Viruserkrankung, die sich auf die Ohren auswirkt. In schweren Verläufen kann die Krankheit das Gehör, das Gehirn und das Rückenmark betreffen. Hieraus können ein- oder beidseitige Schwerhörigkeit entstehen oder es kann sich eine Hirnhautentzündung entwickeln.

Auch Röteln werden durch Viren verursacht. Die Erkrankung bei Kindern ist in der Regel leichten Verlaufs und beginnt mit einem leichten Infekt der Atemwege. Wenig später kann eine Hautrötung, oftmals im Gesicht, auftreten.

Die Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln erfolgt in der Regel als kombiniertes Impfserum, so dass pro Impfsitzung nur ein Picks nötig ist. (Lebendimpfung)

Varizellen
Windpocken werden durch das Varizella-Zoster-Virus (Herpesvirus) verursacht. Charakteristisch für eine Windpockenerkrankung sind juckende Pusteln und Bläschen am gesamten Körper und den Schleimhäuten. Um Narbenbildung zu verhindern, sollte man an den Windpocken – auch wenn es schwer fällt – nicht kratzen (insbesondere kleinen Kindern kann man deswegen nachts Söckchen über die Hände ziehen, damit sie an den Pocken nicht unbewusst kratzen!). Die Übertragungszeit ist sehr lange und kann sich über mehrere Wochen erstrecken. In der Regel kann eine Ansteckung ausgeschlossen werden, wenn das letzte Bläschen verheilt ist. Als Begleiterkrankungen können Mittelohr-, Lungen- oder Gehirnentzündungen auftreten. Pauschaliert kann gesagt werden, dass die Symptome einer Windpockenerkrankung mit zunehmendem Alter des Betroffenen auch schwerwiegender werden (bei Männern kann sich beispielsweise die “Qualität” des Spermas beeinträchtigen!). In der Regel erkrankt man nur einmal im Leben an Windpocken. Bei einer zweiten Infizierung mit Varizellen wirkt sich die Krankheit in Form einer Gürtelrose aus. (Lebendimpfung)

Meningokokken
Die Meningokokken-Bakterien sind ursächlich für eine schwere Form der Hirnhautentzündung. Die Ansteckung erfolgt durch Tröpfcheninfektion. Symptome hierfür sind hohes Fieber, Kopfschmerzen und Nackensteifheit. Besonders betroffen sind Kleinkinder und Jugendliche. Da die Meningitis eine sehr schwere Erkrankung darstellt, ist eine umgehende Behandlung mittels Antibiotika sehr wichtig, um mögliche Folgeschäden zu minimieren. (Lebendimpfung)

Pneumokokken
Die Pneumokokken sind ebenfalls Bakterien, die Auslöser für verschiedenste Krankheiten sein können. Hierzu zählen unter anderem Lungen- Mittelohr-, Nasennebenhöhlen und die gefährliche Hirnhautentzündung. Bei einem gesunden Menschen ist der Verlauf einer Pneumokokkeninfektion in der Regel komplikationslos und hinterlässt keine bleibenden Schäden. (Totimpfung)

Impftermine
Die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis, Poliomyelitis, Haemophilus influenzae b (Hib), Hepatitis B, Masern, Mumps und Röteln (MMR), Varizellen, Meningokokken und Pneumokokken erfolgen in der Regel im Alter von zwei, drei und vier Monaten in Form einer Injektion. Im Alter von 11 bis 14 Monaten erfolgt dann die vorerst letzte Impfeinheit.

Die Impfungen gegen Masern/Mumps/Röteln (in der Regel ein kombinierter Wirkstoff), Varizellen und Pneumokokken erfolgt im Alter von 12 Monaten. Zwischen dem 15. und 23. Lebensmonat erfolgt dann eine zweite Impfeinheit. Entsprechende Auffrischungsimpfungen stehen dann erst wieder ab dem fünften Lebensjahr an. Die Impfstelle ist regelhaft der Oberschenkel des Kindes. Erst wenn das Kind laufen kann, wird der Kinderarzt sich für den Oberarm als Impflokalisation entscheiden.

Erwähnt sei noch, dass ihr euer Kind nicht zwingend gegen alle oben aufgeführten Krankheiten impfen lassen müsst. Es ist euch natürlich anheimgestellt, ob und welche Impfleistung ihr in Anspruch nehmen möchtet.

Im Übrigen werden die Kosten diese Impfleistungen von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

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