Nach fünf ungewollten Jahren Pause

Nachdem unsere erste Tochter Elisabeth auf der Welt war, wollten wir nach ungefähr zwei bis drei Jahren ein Geschwisterchen in die Welt setzen. Da ich aber unter Myomen litt und der Verdacht auf Endometriose bestand, wurde ich nicht schwanger. Dies stellte erst ein anderer Gynäkologe fest. Im Januar des Jahres begab ich mich zur OP ins Krankenhaus. Bei der Nachsorge im März sagte mein Gynäkologe zu mir: Wir sehen uns wieder, wenn Sie schwanger sind.

Am Tag vor der Geburt platzte bei mir die Fruchtblase. Ich war gerade dabei, die große Tochter in den Kindergarten zu bringen. Dieser befindet sich genau gegenüber vom Krankenhaus. Im Geburtsvorbereitungskurs hatte ich erfahren, dass ich trotzdem die Ruhe bewahren sollte. Ich gab unsere Tochter im Kindergarten ab und verabschiedete mich mit den Worten “Ich geh jetzt nach gegenüber zur Entbindung.”

Im Krankenhaus angekommen, meldete ich mich erst einmal im Kreißsaal. Hier wurden erste Voruntersuchungen durchgeführt. Dann musste ich mich in der Verwaltung anmelden und bekam ein Zimmer zugewiesen. Von dort aus rief ich meinen Mann an seinem Arbeitsplatz an. Jetzt standen ständige CTGs und Kontrollen des Muttermundes an. Da sich bis zum nächsten Morgen noch nichts tat, wurde die Geburt im Beisein meines Mannes eingeleitet. Ich entschied mich für eine Unterstützung durch eine PDA. Die Belegärztin erklärte mir, dass es nicht wieder zum Kaiserschnitt kommen muss, sondern durchaus eine natürliche Geburt möglich ist. Binnen weniger Stunden hat sich der Muttermund, sehr zum Erstaunen der Hebamme, auf 10 cm geöffnet. Mithilfe der Saugglocke und eines Dammschnittes holte die Gynäkologin unsere Tochter Franziska auf die Welt.

Mit dem Stillen hatte ich diesmal, im Gegensatz zur ersten Geburt, keinerlei Probleme. Schon im Kreißsaal konnte ich unsere Tochter anlegen. Allerdings hatte ich bei der Geburt sehr viel Blut verloren. Deshalb waren meine Eisenwerte sehr schlecht, woraufhin ich wieder Floradix Kräuterblut nehmen musste. Nach der Geburt hatte ich auch erhebliche Kreislaufprobleme, weshalb ich im Rollstuhl ins Zimmer gefahren wurde.

Bereits nach drei Tagen wurden wir an einem eiskalten Wintertag aus dem Krankenhaus entlassen. Allerdings bereitete mir der Dammschnitt noch einige Probleme, da sich die Fäden nicht auflösten. Meine behandelnde Nachsorgehebamme hatmir dann die Fäden gezogen.

Mittlerweile hat sich hier zuhause alles eingespielt. Die Große ist begeistert über ihr Schwesterchen und möchte sie am liebsten ständig knuddeln. Franziska schläft nachts in unserem Schlafzimmer in ihrem eigenen Bettchen. So kann ich sie problemlos herausholen und anlegen.

Susann (37), Oelde

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