Windel, Brei und Krabbelgruppe – der Papa macht das schon

Dank der Einführung des Elterngeldes nutzen immer mehr Papas die Chance zumindest zwei sogenannte Vätermonate zu nehmen. Hiervon profitiert ihr als Familie und es ist ein wirklich schönes Geschenk der Politik an junge Eltern. Aber was ist, wenn der Vater nicht nur zwei Monate und vor allem nicht parallel mit der Mutter zu Hause bleibt? Falls ihr überlegt, diese Variante der Kinderbetreuung zu wagen, solltet ihr auf jeden Fall diesen Text lesen.

Mut
Zur der Entscheidung die klassischen Rollen bei der Betreuung des Nachwuchses zu tauschen, gehört sicherlich eine ganze Menge Mut. Leider sind viele Teile unserer Gesellschaft immer noch etwas altmodisch zu akzeptieren, wenn der Vater beim Kind zu Hause bleiben möchte. Zu den Skeptikern gehört oft das direkte Umfeld: Eltern, Schwiegereltern, Kollegen und Chefs. Der einfache Wille „es ihnen zu zeigen“ reicht nicht für solch eine gewichtige Entscheidung aus. Ihr als Paar, losgelöst von den Ratschlägen und Meinungen anderer, müsst es euch wirklich vorstellen können die ursprünglichen Geschlechterrollen aufzulösen. Habt ihr die Wahl einmal für euch getroffen, diskutiert nicht mit anderen, sondern steht fest hinter eurem Plan. Hierzu gehört ganz bestimmt eine Menge Mut und Stärke, denn so gut wie jeder kann etwas zum Thema Kindererziehung beitragen. Wenn schon nicht aus eigener Erfahrung, dann mindestens von den Nichten, Cousinen oder Nachbarn. Stellt dann einfach die Ohren auf Durchzug, das hilft am besten.

Akzeptanz
Die Akzeptanz im Umfeld ist das eine, aber auch in eurer Partnerschaft ist es sehr wichtig, dass ihr die Rolle des jeweilig anderen ernst nehmt. Während eines mit Babyschrei geprägten Tages kommt dem Papa vielleicht der Gedanke, wie schön es wäre „nur“ arbeiten zu gehen. Und andersrum kann es sehr traurig sein, morgens das Haus zu verlassen anstatt mit dem Sprössling und Partner selig noch eine Runde im Bett zu schlummern. Die Gedanken, dass der jeweils andere Partner es „besser“ hat, ist ab und an ganz normal. Schwierig wird es nur, wenn euch diese Gedanken jeden Tag plagen. Dann lohnt es sich zu hinterfragen, ob es dem Zuhausegebliebenen an Anerkennung fehlt beziehungsweise ob der arbeitende Partner zu wenig Zeit mit dem Kind verbringt.

Probezeit
Die ersten vier Wochen des Abenteuers Rollentausch solltet ihr euch bewusst als Probezeit nehmen. Für die Mutter ist es genauso schwer, nach Ihrer Schutzfrist und der anfänglichen Babyzeit, ihr Kind alleine zu lassen, wie für den Papa, der nun alles allein organisieren muss. Im ersten Monat darf nicht alles auf die Goldwaage gelegt werden. Da ist es vollkommen ok, dass die arbeitende Mutti tatsächlich „nur“ arbeiten geht und die schönen Stunden mit dem Sprössling verbringt und es darf im Gegenzug nicht gemeckert werden, wenn das Essen noch nicht auf dem Tisch steht. Ein dreckiges Oberteil am Kind darf auch kein Drama sein. Ihr solltet euch in dieser Anfangszeit ganz bewusst viel Zeit für euch nehmen und nicht noch zig Termine machen. Es ist ganz normal, dass es noch vieler kleiner Abstimmungen zwischen euch bedarf.

Volles Programm
Ist die erste Schonzeit vorbei, heißt es volles Programm für euch beide. Das bedeutet, dass keiner geschont wird, nur weil er eine seltene Rolle in den Augen der Gesellschaft übernommen hat. Die arbeitenden Mama sollte auch einige Dinge im Haushalt übernehmen. Aber nur im geringen Umfang. Wichtig ist, dass die Zeit mit dem Kind auf keinen Fall darunter leidet. Frauen neigen gegenüber Ihrem Nachwuchs schnell zum schlechten Gewissen. So solltest du als Mama beispielsweise das Abendritual mit dem Ins-Bett-bringen dauerhaft übernehmen. Auf der anderen Seite ist der Papa nicht nur im Haushalt gefragt sondern auch beim PEKIP, Krabbelkurs und Kinderarztterminen. Ein Rollentausch mit allen Konsequenzen – nur so profitiert ihr alle davon.

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