Sanftes Abstillen

Stillbeginn und -entwicklung
Aller Anfang ist schwer, so auch der Anfang einer glücklichen Stillbeziehung zwischen dem Neugeborenen und der frisch gebackenen Mutter. Gerade in der Einstiegsphase des Stillens treten oftmals Schwierigkeiten auf, welche Wöchnerinnen zum Verzweifeln bringen können. Von wunden oder blutigen Brustwarzen und damit einhergehendem schmerzhaftem Ansaugen können Leidensgenossinnen ein Lied singen. Ein annähernd konstanter Trinkrhythmus liegt, so scheint es, in weiter Ferne. Kaum eine halbe Stunde, nachdem dein Kleines fertig getrunken hat, meldet es sich mit knurrendem Magen wieder.

Sechs Wochen nach dem ersten Anlegen geraten die Startschwierigkeiten aber allmählich in Vergessenheit. Mit rund vier Monaten entwickelt das Baby letztlich einen regelmäßigen Stillrhythmus. Der Säugling trinkt effektiver an der Brust als noch einige Wochen zuvor. Nun liegen meist einige Stunden zwischen den Stillmahlzeiten. Mutter und Kind genießen diese zärtlichen Momente voller Vertrautheit und Nähe, die nur ihnen gehören.

Beikoststart – Der Anfang vom Ende der Stillbeziehung
Im Anschluss an den vollendeten vierten Lebensmonat wird es Zeit, langsam an die Einführung von Beikost zu denken. Der erste Schritt hin zum sanften Abstillen und zur Familienkost steht somit bevor. Wenn du mit der Beikost startest, fütterst du zunächst zu Mittag ein paar Löffel Gemüsebrei. Zum Einstieg trinkt dein Baby hinterher noch an der Brust, damit es sich sachte an die Umstellung gewöhnen kann. Ehe du dich versiehst, verzehrt dein Liebling eine vollständige Breimahlzeit. Babys gelten ab diesem Zeitpunkt nicht mehr als voll gestillt.

Vorgehensweise beim Abstillen
Am Ende einer zufriedenen Stillbeziehung steht das sanfte Abstillen. Du solltest immer nur eine Stillmahlzeit durch eine Beikost- bzw. Flaschenmahlzeit ersetzen. Nicht nur dein Baby muss sich an die Umstellung gewöhnen, sondern ebenso deine Milchproduktion. Die Brust benötigt einige Tage, um die Menge auf eine geringere Nachfrage einzustellen.
Den geeigneten Zeitpunkt fürs Abstillen bestimmen allein du und dein Baby. Lasst euch dabei nicht von äußeren Faktoren, wie der Meinung von anderen Jungmuttis in der Krabbelgruppe, den Medien oder Herstellern von Säuglingsnahrungen beeinflussen.
Schrittweise ersetzt du weitere Milchmahlzeiten durch Gemüse-, Getreide- oder Fruchtbreie. Einige Wochen nach Beikoststart stillst du mitunter nur mehr abends, in der Nacht oder morgens, abgestimmt auf den Bedarf deines Kindes. Manche Säuglinge stillen sich vom einen auf den anderen Tag selbst ab, sie wollen einfach nicht mehr an der Brust trinken. Dein kleiner Liebling tastet sich vorsichtig auf dem Pfad in Richtung Selbstständigkeit vor.
Trinke begleitend zum Abstillen Salbeitee, dieser wirkt sich hemmend auf die Milchproduktion aus!

Übergang zur Flasche
Entscheidest du, gänzlich abzustillen, benötigt dein Baby trotzdem Milchnahrung. Abhängig vom Alter deines Kindes erhält es diese in Form von Pre-, 1er- oder Folgenahrung.
Die Gewöhnung an die Flasche kann sich schwierig gestalten. Du musst mitunter eine immense Portion Geduld aufbringen, um deinem Liebling das Fläschchen schmackhaft zu machen. Gelingt dir dies, erlangst du ein Stückchen Unabhängigkeit zurück. Wenn du beispielsweise wieder arbeiten gehen musst oder willst, kommt dir zugute, dass auch jemand anderes dein Kleines füttern kann.

Probleme beim Abstillen
Wenn sich die Brust prall anfühlt, solltest du zur Milchpumpe greifen und einige Milliliter abpumpen, bis der angestaute Druck nachlässt. Hierbei ist Vorsicht geboten, da lediglich kleine Mengen abgepumpt werden sollten. Dieser Vorgang kurbelt die Milchproduktion nämlich wieder an. Staut sich zu viel der weißen Kostbarkeit an, kann eine schmerzhafte Brustentzündung entstehen. Eine Alternative zum Abpumpen bietet das Ausdrücken der überschüssigen Muttermilch mit der Hand.
Neben diesen physischen Beschwerden treten häufig psychische Belastungen auf. Eventuell versetzt dich die Hormonumstellung, welche mit dem Abstillen zusammenhängt, in ein Stimmungstief. Zahllose Mütter vermissen die innige Bindung, welche beim Stillen entsteht. Wie jedes Beziehungsende, so ist gleichermaßen das Ende einer Stillbeziehung mit seelischem Leid und Wehmut verbunden.

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