Töpfchentraining: Ein Kinderspiel?

Generationen von Müttern und Großmüttern haben in der Vergangenheit ihren ganzen Ehrgeiz darauf verwendet, ihre Kleinkinder so früh wie möglich trocken zu bekommen. Welche junge Mama kennt nicht Omas Worte: “Meine Kinder waren mit einem Jahr schon trocken, warum hat dein Kleiner immer noch Windeln an?”. Von solchen klugen Sätzen sollte sich niemand nervös machen lassen. Früher trugen Babys Baumwollwindeln, ihr Po war ständig nass. So bekamen sie zeitig ein Gefühl dafür, was man tun muss, um diesen unangenehmen Zustand zu verhindern.

Den Anfang leicht gemacht: Wie beginne ich Töpfchentraining
Die Höschenwindeln mit denen Babys heute gewickelt werden, halten glücklicherweise schön trocken. Das Baby empfindet die Windel nicht als unangenehm. Mit dem sauber werden sollte man sich deshalb Zeit lassen, denn erst ab etwa dem zweiten Geburtstag können Kleinkinder die Schließmuskel von Blase und Darm selbst kontrollieren. Ab diesem Alter verstehen Kinder meist auch besser, was sie auf dem Töpfchen tun sollen. Wer also erst nach Abschluss des zweiten Lebensjahres mit dem Töpfchentraining beginnt, erspart sich und den Kleinen viele sinnlose Topfsitzungen.

Tagsüber stressfrei trocken werden
In diesem Alter haben Kinder auch meist schon einen geregelten Stuhlgang, so dass Mama weiß, wann das “große Geschäft” ansteht. Das ist oft nach einer Mahlzeit der Fall. Dann sollte man damit beginnen, des Kind auf das Töpfchen zu setzen. Man kann den Kleinen ruhig erklären, was man von ihnen möchte. Am besten bleibt man die ersten Male neben dem Kind sitzen und spricht mit ihm kleinkindgerecht über das “Geschäft“.
Stellt sich der gewünschte Erfolg ein, sollte Mama mit viel Lob reagieren. Diese Zeremonie wiederholt man nun täglich, so dass die Kleinen sich an die Sitzungen gewöhnen. Klappt es das erste mal nicht, bitte auf lange Sitzungen verzichten. Lieber am nächsten Tag einen neuen Versuch wagen. Manche Eltern versuchen, ihren Kindern die Zeit auf dem Töpfchen mit Spielen so angenehm wie möglich zu machen. Das lenkt aber eher von der eigentlichen Sache ab und ist deshalb keine gute Idee.

Wiederholt man diese Töpfchensitzung täglich, wird die Sitzung für das Kind zur Gewohnheit werden. Nun kann man beginnen, die Windel tagsüber zu Hause wegzulassen. Es wird anfangs noch Unfälle geben. Sobald Mama merkt, das Babys Höschen nass wird, schnell das Kleine aufs Töpfchen bringen, selbst wenn es dafür eigentlich schon zu spät ist. Nach und nach merkt das Kind, was von ihm erwartet wird. Nicht vergessen: Klappt der Gang aufs Töpfchen, immer mit viel Lob reagieren. Hat sich das Training zu Hause bewährt, kann die Windel bald auch unterwegs weggelassen werden.

Bei alledem sollte man auch die Wünsche der Kinder berücksichtigen, so stellt sich der Erfolg schneller ein. Manche Kiddys mögen beispielsweise nicht aufs Töpfchen gehen, sondern wollen schon, wie die Großen, lieber auf der Toilette sitzen. Kein Problem: Dann besorgt man eben einen Toilettensitz für Kinder.

Nachts trocken werden
Die Sauberkeit in der Nacht kann man etwa ab dem dritten Lebensjahr trainieren. Lässt man nachts die Windel weg, sollte man dafür sorgen, dass das Kind vor dem Schlafen gehen nicht mehr viel trinkt. Lieber zum Abendessen reichlich trinken und dann vor dem Einschlafen die Blase noch einmal leeren. Um ein nasses Bettchen zu vermeiden, hat es sich bewährt, die Kleinen in der Nacht noch einmal kurz aufs Töpfchen zu setzen. Das macht man am besten, bevor man selbst schlafen geht. Das Kind ist die Töpfchensitzung dann schon gewohnt und erledigt im Halbschlaf, was man von ihm wünscht. Keine Sorge: Nach dieser nächtlichen Kurzsitzung schlafen die Kleinen sofort wieder ein.

Viele Eltern behalten dieses Verfahren einige Jahre bei. Sobald man merkt, dass das Kind von selbst aufsteht, wenn die Blase drückt, kann man es durchschlafen lassen. Ebenso, wenn man merkt, dass das Kleine nachts nur einige Tropfen “Pipi” macht. Zwischen dem fünften und sechsten Lebensjahr ist der Nachwuchs meist auch in der Nacht trocken.

Bei all dem Töpfchentraining sollte man nicht vergessen, dass einige Kinder früher, andere später sauber werden. Wenn also Eltern damit prahlen, wie früh ihre Kinder trocken waren: Nur nicht aus der Ruhe bringen lassen. Mit Gelassenheit kommt man am schnellsten ans Ziel.

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