Bratwurst und Quark: Juttas Schwangerschaft

Mir fiel auf, dass meine Träume intensiver waren. Ich hatte unbändige Lust auf Bratwurst. Für uns als Rohköstler schon sehr bemerkenswert. Für meinen Mann war alles klar: “Na, schwanger bist halt.” war sein stoischer Kommentar. Ich hielt mich aufgrund von durchlittenen Eileiterentzündungen für unfruchtbar, aber der Test gab ihm Recht. Meine “besonderen Ernährungswünsche” wurden allgemein belustigt zur Kenntnis genommen. Ich durfte schwelgen, aber meistens wusste ich gar nicht recht, was ich wollte. Fand ich in einem Moment, dass Wurst nun unbedingt sein muss, war nach der Zubereitung ein Obstquark das Ziel meiner Wünsche. So verging die Zeit.

Die Wehen kündigten sich mit einem Blasensprung an. Mitten in der Nacht informierten wir Hebamme und Arzt, die bei einer Hausgeburt beide anwesend sein müssen. Ich lief viel herum, damit mir die Schwerkraft behilflich sei. Meine Mutter war sehr aufgeregt. Obwohl sie fünf Kinder hatte, war dies doch ihr erster Enkel. Nach sechs Stunden wurde ich “niederträchtig”, maulte die Anwesenden an, sie sollten den Sch… alleine weiter machen, ich wolle jetzt schlafen! Die erfahrene Hebamme wusste die Zeichen zu deuten. Sie stellte die Presswehen-Phase fest. 10 Minuten später lag das schönste Kind der Welt an meiner Brust. 7 Pfund Leben sahen mich staunend an.

Unser kleiner Floris hält mich nun ganz schön auf Trab. Ich stille ihn und er gedeiht prächtig.

Jutta (29), Zwiesel

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