Papas im Kreissaal, oder lieber nicht?

Früher, das heißt, noch vor circa 40 bis 50 Jahren, war es üblich, dass Frau die Kinder alleine mit  Hebamme und Frauenarzt zur Welt brachte. Die Kinder wurden ihnen auch nur zum Stillen gebracht, eventuell durften die Mütter sie sogar wickeln.

Heutzutage ist dies – zum Glück – ganz anders. Die Väter dürfen bei der Geburt mit dabei sein. Sie müssen  aber nicht. Wenn der zukünftige Papa sich also nicht traut, mit in den Kreißsaal zu gehen, da er kein Blut sehen kann, sollte es lieber sein lassen, denn dann ist er dir keine wirksame Hilfe. Diskutiert das aber vorher besser untereinander aus, damit unterschiedliche Vorstellungen nicht zu Ärgernissen führen. Meist freuen sich die Papas darauf, bei der Geburt dabei sein zu können. Das ist auch bei einem Kaiserschnitt möglich, hier zumindest dann, wenn nur mit der einer Periduralanästhesie (PDA) operiert wird.

Papas beim Kaiserschnitt
Bei einer eventuellen Entbindung unter Vollnarkose dürfen die Papas nicht mit dabei sein. Dies ist aber nur noch sehr selten der Fall. Wer mittels PDA oder mit Kaiserschnitt entbunden hat, ist danach noch etwas betäubt. Gerade dann ist es wichtig, dass der Papa im Kreißsaal zur Stelle ist. Er kann mit dem Neugeborenen schon einmal schmusen und es sich auf den Bauch legen. Somit entsteht auch zwischen ihm und dem Baby eine sehr enge Beziehung. Gerade nach einem Kaiserschnitt kann es Stunden dauern, bis du wieder so richtig auf dem Damm bist, und da sollte der Papa für das Baby da sein, es streicheln und mit ihm schmusen.

Was Väter tun können
Für viele Frauen ist es eine Genugtuung, den Partner bei der anstrengenden Geburt dabeizuhaben. Er kann dich aufmuntern, trösten, dir den Schweiß vom Gesicht waschen und dir etwas zu trinken bringen. Oder er kann  dir unter den Wehen den Rücken massieren, dich beim Laufen stützen und so für dich da sein. Die Hebamme oder der Arzt selber benötigen ihn nicht, aber für dich ist es sicher ein schönes Gefühl, alles nicht alleine durchmachen zu müssen.

Das schönste Erlebnis für den Papa ist es sicherlich, wenn er die Nabelschnur durchschneiden darf. Vielleicht darf er dann auch schon beim Waschen, Wiegen und Vermessen des Neugeborenen helfen. Gerade beim zweiten Kind traut man ihm das durchaus zu.

Jedes Paar sollte also für sich selbst entscheiden, ob der Papa mit im Kreißsaal dabei sein soll oder nicht. Männer brauchen aber keine Angst davor zu haben, ihre Frau so schwach zu sehen und ihr bei den Schmerzen nicht helfen zu können. Alleine ihr Dasein ist den Frauen schon eine große Hilfe, da sie ein bekanntes Gesicht um sich herum haben. Sag ihm am besten bitte vor der Geburt schon, dass er es, falls du fluchen solltest, nicht persönlich nehmen soll. Manche Männer erschrecken sich darüber, was die Frauen unter der Geburt alles für Ausdrücke gebrauchen.

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Eine Reaktion to “Papas im Kreissaal, oder lieber nicht?”

  1. Also ganz ehrlich: ich wüsste keinen vernünftigen Grund, weshalb sich ein werdender Vater davor drücken würde, im Kreissaal dabei zu sein. Wenn er die Mutter seines Kindes schon vorher nicht unterstützt hat, dann mag es vielleicht nicht verwundern, wenn er später auch nicht anwesend ist, doch ein Vater, dem das Wohl der Mutter und des Kindes am Herzen liegt, würde sich wohl nicht vor der Entbindung scheuen. Oder liege ich komplett falsch?

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