Markus kommt: zwischen Bier und Hähnchen

Unser drittes Kind war zwar ungeplant, aber wir freuten uns trotzdem riesig. Babysachen hatten wir ja noch und jede Menge Erfahrung, nur betrieb ich mit meinem Mann eine Kneipe – und der galt die meiste Aufmerksamkeit.

So stand ich im 9. Monat allein hinter dem Tresen, als die Fruchtblase platzte. Das hieß, es war höchste Eile geboten, ins Krankenhaus zu kommen. Mein Mann war nicht da, also bestellte ich mir ein Taxi, scheuchte meine Gäste aus der Kneipe, trank mit dem Taxifahrer noch eine Cola und fuhr ins Krankenhaus. Dort war kein Bett für mich frei und ich durfte mich auf dem Flur auf eine Liege legen. Aber unser Baby hatte es sehr eilig. “Schwester, er kommt” schrie ich in höchster Not. Die Schwestern waren der Meinung, das könne noch nicht sein. Aber kaum war ich im Kreissaal, war Markus auch schon da. Ich hatte keine Zeit, zu schreien oder über Schmerzen nachzudenken. Er “rutschte einfach so raus”. Natürlich, bei meinem ersten Kind hat die Geburt damals acht Stunden gedauert und war sehr schmerzhaft. Markus dagegen hat mir nur Freude gemacht.

Als ich nach 3 Tagen heimkam, hatte ich leider viel zu wenig Zeit für mein Baby. Die Kneipe ging vor. Betrunkene Gäste gaben meinem Kind die Flasche. Markus musste schon gleich nach der Geburt die Zeit durchschlafen, die ich selbst zum Schlafen hatte, daher von nachts 2 Uhr bis morgens 9 Uhr. Aber das macht er bisher anstandslos mit.

Rita (36), Oberursel

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