Tim spricht: Spracherwerb zweisprachig

Papa Rick & Baby Tim

Unser Tim hat es nicht leicht. Hier in Malaysia wächst er mit drei Sprachen auf. Mit der Mamma spricht er Chinesisch, mit mir Deutsch, und untereinander sprechen wir alle Englisch. Entsprechend entwickelt sich auch sein Wortschatz in drei Sprachen, und das geht überraschend schnell voran!

Mit seinen 16 Monaten hat er schon eine ganze Hand Vokabeln drauf. Was kann er sagen?

Mamma – klar, oder?
Daddy – das bin ich
MammMamm – Essen / essen
GuttGutt – Wasser / trinken
NennNenn – Milch
baba – für jede Art von Frucht und für Tomaten (hat er von Banane)
bibie – gib mir (hat ne Weile gedauert, bis wir das raus hatten)
bebie – für andere Kinder
baubau – tragen, trag mich
Bauch – Bauch
Ba – Ball
Ei – für Ei
Eis – für Speiseeis
gakgak – Vogel, oder jede Art von Federvieh
kaka – wenn er selbst ein Ei gelegt hat
wrummmm – Auto, und mit mehr Nachdruck auch Motorrad (findet er super!)
wauwau – Hund
mie – für eine Mietzekatze
Neinnein / neee – Nein
Beibei
– Bye bye

…und noch so ein paar andere, die nur er selbst versteht. Hübsch ist auch, dass er einige der Wörter zu kleinen Sätzen mit Subjekt und Verb kombinieren kann, etwa “Mamma Baubau” – Mama, trag mich.

Noch wesentlich umfangreicher ist aber sein rezeptiver Wortschatz (phantastische Wendung, ist noch aus dem Studium bei mir hängengeblieben), d.h. die Wörter, die er verstehen kann. Das wird immer dann deutlich, wenn wir zusammen Bücher lesen, und er zielgerichtet auf ein Schaf zeigt, wenn ich ihn danach frage, oder auf eine Kuh usw.
Zu den ersten Wörtern, die er verstanden hat, gehörten auf der deutschen Seite auch so Sachen wie “komm her”, “aufräumen” und “hinsetzen”, und das schon mit neun, zehn Monaten.
“Oi Oi” (schlafen) und “Bomm Bomm” waren so etwa die ersten chineschen Wörter, die er sicher zuordnen konnte. Inzwischen versteht er sowohl Deutsch, als auch Chinesisch und Englisch, d.h. es ist egal, ob wir von “Milch” oder “Nenn Nenn” sprechen, von “Gutt Gutt” oder “Wasser”, auch “Tschüß” und “bye bye” kennt er und fängt entsprechend an zu winken, obwohl er sich auf der produktiven Seite auf eine Sprache beschränkt. Er hat noch nie auch nur versucht, “Wasser” zu sagen.
Hübsch ist es auch, wenn er abends, beim Einschlafen, noch ein bisschen Vokabeltraining betreibt. Dann hören wir ihn so ziemlich seinen ganzen Wortschatz wieder und wieder vor sich hinbrabbeln.

Ein netter Nebeneffekt seines zweisprachigen Aufwachsens ist auch, dass ich wenigstens ein bisschen Chinesich aufschnappe, und die Frau dabei Deutsch lernt. Jetzt sollten wir nur noch ein bisschen rigeroser der Empfehlung folgen, dass jeder Elternteil ausschließlich in seiner Muttersprache mit Tim kommuniziert, und dann wird er schon irgendwann ausgekaspert haben, dass es da um verschiedene Sprachen geht.

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