Die Fruchtwasseruntersuchung: Hilfreich bei einer Risikoschwangerschaft

Bei einer Risikoschwangerschaft oder Auffälligkeiten bei den Vorsorgeuntersuchungen raten Gynäkologen der werdenden Mama oft, eine Fruchtwasseruntersuchung durchführen zu lassen. Was dabei genau passiert, soll hier einmal näher erklärt werden.

Was ist Fruchtwasser eigentlich?
Wenn sich Baby in der Gebärmutter einnistet, beginnt die Fruchtblase Fruchtwasser zu bilden, eine wässrige Körperflüssigkeit, die das Baby während der Schwangerschaft vollständig umgibt. Es “schwimmt” praktisch darin. So verhindert das Fruchtwasser Verwachsungen des Babys mit der Fruchtblase, schützt das Baby vor Stößen von außen und ermöglicht dem wachsenden Kind, sich zu bewegen.

Da Fruchtblase und Fruchtwasser zum Gewebe des Kindes gehören, sind im Fruchtwasser Erbinformationen des Babys zu finden. Dessen Untersuchung kann Aufschluss über mögliche Erbkrankheiten geben.

Für wen ist eine Fruchtwasseruntersuchung ratsam?
Die Fruchtwasseruntersuchung zeigt mögliche Gendefekte des Fötus auf, z. B. einen offenen Rücken oder Muskel- und Stoffwechselerkrankungen des Kindes.

Für Schwangere, in deren Familie Erbkrankheiten aufgetreten sind oder Eltern, die bereits ein Kind mit einer Chromosomenabweichung haben, wird die Fruchtwasseruntersuchung dringend empfohlen.

Auch für ältere werdende Mamas (ab 40 Jahren) könnte die Untersuchung sinnvoll sein, da das Risiko für Gendefekte mit zunehmendem Alter steigt.

Bei rhesus-negativen Schwangeren mit hohen Antikörperwerten im Blut, kann die Fruchtwasseruntersuchung außerdem Aufschluss über eine Gelbsucht oder Blutarmut des Fötus geben.

Was passiert bei der Fruchtwasseruntersuchung?
Die Fruchtwasseruntersuchung wird meist zwischen 13. und 20. Schwangerschaftswoche in der Frauenklinik oder in der Arztpraxis, durchgeführt. Um das Fruchtwasser zu entnehmen, ist eine Punktion der Fruchtblase erforderlich.

Der Eingriff (eigentlich nur ein kleiner Pieks) wird wie folgt vorgenommen:

Nachdem der Arzt die Bauchdecke desinfiziert hat, kontrolliert er mittels Ultraschall die Lage des Kindes. So findet er die beste Einstichstelle, um das Baby nicht zu verletzen. Unter ständiger Ultraschallkontrolle wird dann eine Hohlnadel durch Bauchdecke und Gebärmutter in die Fruchtblase eingeführt und es werden etwa 20 ml Fruchtwasser entnommen. Nach höchstens einer Minute ist der Eingriff beendet.

Viele Frauen haben verständlicherweise Angst vor diesem Einstich. Doch die Nadel ist sehr dünn und der “Pieks” deshalb meist schmerzarm.
Nach der Fruchtwasserentnahme kann Frau die Klinik sofort verlassen.
Das Ergebnis liegt dann nach etwa zwei bis drei Wochen vor.

Risiken der Fruchtwasseruntersuchung
In seltenen Fällen kann es nach der Punktion der Fruchtblase zu leichten Blutungen oder Wehen kommen. Dann bitte vorsorglich sofort den Gynäkologen aufsuchen.

Leider kommt es bei weniger als einem Prozent der Schwangeren in Folge des Eingriffs zu einer Fehlgeburt. Deshalb sollten werdende Mamas Nutzen des Eingriffs und Risiko genau abwägen und nur bei wirklich begründetem Verdacht und nach ausführlicher Beratung durch den behandelnden Arzt eine Fruchtwasseruntersuchung durchführen lassen.

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Eine Reaktion to “Die Fruchtwasseruntersuchung: Hilfreich bei einer Risikoschwangerschaft”

  1. [...] oder Fehlbildungen beim Baby können heute durch spezielle Ultaschalluntersuchungen oder auch eine Fruchtwasserspiegelung frühzeitig erkannt werden. Auch Bluthochdruck und Schwangerschaftsdiabetes können und müssen mit [...]

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