Geburt mit Komplikationen

Als ich den positiven Schwangerschaftstest in der Hand hielt, konnte ich es kaum glauben und wagte es kaum, mich zu freuen. “Halt den Ball flach” war meine Devise für die nächsten Wochen, da die vorangegangenen beiden Schwangerschaften mit Fehlgeburten in der 11. Woche geendet hatten, aber trotzdem ertappte ich mich immer wieder beim Planen und Ausmalen, wie es mit Kind sein würde. Diesmal ging Gottseidank alles bis zum errechneten Termin gut.

Der Anfang der Geburt war vorbildlich, im Geburtshaus wurde ich untersucht und liebevoll betreut. Als die Wehen stärker wurden, waren die Hebamme und mein Mann jederzeit für mich da und gaben mir Kraft. Die hatte ich dringend nötig, denn die Geburt kam trotz heftiger Wehen ins Stocken, da das Kind nicht richtig lag und durch einen früheren Bandscheibenvorfall auch nicht alle Muskeln so mitspielten, wie sie sollten. Ich wurde immer schwächer, und die Hebamme fuhr mich schweren Herzens ins Krankenhaus. Dort ging es auch nicht voran, sodass als letzter Ausweg ein Kaiserschnitt in Vollnarkose blieb. Als ich wieder wach wurde, legte man mir meinen kleinen Sohn in den Arm. Wir schauten uns an. Mein Emil!

Heute geht es uns gut, wir sind ein eingespieltes Team, und Emil kommt bei allem an erster Stelle. Trotz Schlafmangels ist es irgendwie wunderbar, und ich kann mein Glück immer noch kaum fassen, wenn ich dieses kleine Wunder in meinem Arm betrachte.

Anni (37), Marburg

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