Künstliche Befruchtung: In-Vitro und ICSI

Wenn die Fruchtbarkeitsuntersuchungen bei beiden Partnern abgeschlossen sind, wird der Gynäkologe, je nach Diagnose, geeignete Behandlungsmethoden vorschlagen, die unfruchtbaren Paaren doch noch zum Babyglück verhelfen können.

Bei diagnostizierten Hormonstörungen kann die Einnahme von Hormonpräparaten hilfreich sein. Hier solltest du wissen, dass es nach einer Hormonbehandlung oft zu Mehrlingsgeburten kommt. Durch die Hormongabe produzieren die Eierstöcke häufig mehrere befruchtungsfähige Eier.

Bleibt die Hormonbehandlung erfolglos oder wurden Veränderungen der weiblichen Geschlechtsorgane, zum Beispiel verwachsene Eileiter, diagnostiziert, bleibt eine künstliche Befruchtung der letzte Weg zum Kinderglück. Auch wenn die Fruchtbarkeitsuntersuchungen ohne Befund waren, raten Ärzte oft zur künstlichen Befruchtung. Die sogenannte IVF, In-Vitro-Fertilisation, ist dabei die am häufigsten angewendete Methode. Liegen die Gründe der Unfruchtbarkeit beim Mann, kann ebenfalls eine künstliche Befruchtung helfen. Hier wird die Intrazytoplasmatische Spermieninjektion, kurz ICSI, angewendet. Was bei diesen Eingriffen passiert, wollen wir hier näher erklären:

IVF – In-Vitro-Vertilisation
Obwohl in Deutschland fast 25 Prozent aller Paare ungewollt kinderlos sind, ist die künstliche Befruchtung häufig ein Tabu-Thema. Zu unrecht, denn die Methoden sind ausgereift. Pro Versuch kann man von einer Erfolgsquote von knapp unter 30 Prozent ausgehen, nach drei Versuchen liegt die Chance schwanger zu werden bei etwa 60%.

Wer sich für die IVF entscheidet, sollte als erstes die Kostenübernahme mit seiner Krankenkasse klären. Die gesetzlichen Kassen tragen meist anteilig 50 Prozent der Kosten für die Medikamente und die Therapie. Bleibt der Erfolg aus, zahlen die Kassen zwei weitere Versuche.
Ist die Kostenübernahme geklärt, folgt der Gang in die Spezialklinik. Hier sollte man sich rechtzeitig einen Termin besorgen, denn die Wartezeiten sind lang.

Die Behandlung beginnt dann mit einem ausführlichen Arztgespräch, in dem der Spezialist das Verfahren genau erklärt. Eine mehrwöchigen Hormontherapie für die Frau folgt. Hormone müssen dabei täglich, möglichst immer zur selben Tageszeit, unter die Haut gespritzt werden – von dir selbst, nach einer ausführlichen Anleitung. Durch diese Hormongabe werden die Eierstöcke zu vermehrter Produktion angeregt. Ziel ist, so viel reife Eizellen wie möglich zu erhalten.
Rückt der Tag des Eisprungs näher, wird täglich mittels Ultraschall das Reifestadium der Eizellen in der Klinik kontrolliert. Sind sie reif, wird durch Medikamentengabe der Eisprung gezielt ausgelöst. Die Eizellen werden aus dem Körper der Frau entnommen. Das klingt dramatisch, ist aber nur ein kurzer Eingriff, der schmerzlos unter Vollnarkose durchgeführt wird. Der Eingriff selbst geschieht durch die Scheide, wo mittels eines speziellen Rohres die Eizellen abgesaugt werden. Kurz nach dem Eingriff bist du schon wieder bei vollem Bewusstsein und kannst die Klinik verlassen.

An diesem Tag muss auch der werdende Papa mit in die Klinik, um seinen Samen abzugeben. In der Klinik steht dafür ein extra Raum zur Verfügung, wo Mann ungestört ist. (Meist sind auch „einschlägige Magazine“ vorhanden.)

Sind Eizellen und Sperma gewonnen, wird alles im Labor für die Befruchtung untersucht und aufbereitet. Während das Paar die Klinik verlassen kann, werden Eizellen und Sperma im Reagenzglas zusammengebracht und “bebrütet”.

Nach etwa einem Tag stellt sich heraus, wie viele Eizellen befruchtet wurden. Das Paar kann nun entscheiden, wie viele Embryos in die Gebärmutter der Frau eingesetzt werden. In Deutschland dürfen es laut Gesetz maximal drei Stück sein, um komplizierte Mehrlingsgeburten auszuschließen. Wenn du dich für drei Embryos entscheidest, solltest du wissen, das die Chance, Zwillinge zu bekommen, bei etwas 25 Prozent liegt. Zehn Prozent der Frauen können mit Drillingsglück rechnen.

Wurden noch mehr Eier befruchtet, kann man diese für eine eventuelle spätere Behandlung konservieren lassen. Das Einsetzen der Embryos ist innerhalb weniger Minuten schmerzlos erledigt. Der Arzt führt sie über einen Schlauch direkt in die Gebärmutter ein.

Nun beginnt eine Zeit des Wartens, denn erst nach etwa zwei Wochen kann mittels Blutuntersuchung festgestellt werden, ob sich ein oder mehrere Eier in der Gebärmutter eingenistet haben. Hier gilt das selbe wie bei der natürlichen Befruchtung: nur etwa jedes vierte Ei nistet sich in der Gebärmutter ein. Wird dann bei der Blutuntersuchung eine Schwangerschaft festgestellt, musst du noch bis zum dritten Schwangerschaftsmonat Medikamente einnehmen, die die Schwangerschaft unterstützen. Stellt sich keine Schwangerschaft ein, kann die Prozedur nach einigen Wochen wiederholt werden. Auch eventuell konservierte, befruchtete Eizellen können dann für einen erneuten Versuch verwendet werden, was das Verfahren erheblich verkürzt.

ICSI – Intrazytoplasmatische Spermieninjektion
Produziert der Mann zu wenig Spermien oder sind diese zu unbeweglich, kommt dieses Verfahren zur Anwendung. Hier wird anfangs genau wie bei der IVF vorgegangen. Der Unterschied besteht in der Spermienaufbereitung. Während bei der IVF Eizellen und Sperma einfach zusammen gegeben werden und die Befruchtung der Natur überlassen wird, wird beim ICSI- Verfahren das Sperma genauer untersucht und nur einige wenige geeignete Spermien werden für die Befruchtung verwertet. Diese werden dann direkt in die Eizellen eingespritzt und bebrütet. Entwickelt sich daraus ein Embryo, wird dieses genau wie bei der IVF in die Gebärmutter der Frau eingesetzt. Bei diesem Verfahren ist die Erfolgsquote nicht ganz so hoch wie bei der IVF, sie ist aber die Einzige ist, mit der männliche Unfruchtbarkeit behandelt werden kann. Ein Versuch auf jeden Fall empfehlenswert.

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2 Reaktionen to “Künstliche Befruchtung: In-Vitro und ICSI”

  1. [...] Möglichkeiten, vom Verabreichen hormonregulierender Tabletten über kleine operative Eingriffe bis hin zu künstlicher Befruchtung. Dein Arzt wird dich entsprechend beraten [...]

    • Achim Wolf says:

      Israelische Studie: Erbschäden bei Retortenbabys häufiger – Gründe unklar
      Die Reagenzglasbefruchtung birgt grosse Gefahren in sich, weil enorme Risiken in bezug physischer und bewusstseinsmässiger Fehlbildungen bestehen. Herzdefekte und Kiefer-Gaumenspaltendefekte sowie Deformationen und Defekte der Nieren können ebenso gegeben sein wie Bewusstseinsstörungen, Schizophrenie, Cerebralschäden, Gedanken- und Gefühlsstörungen und damit psychische Leiden, nebst dem Mongoloismus (Anm. Down-Syndrom), bestimmten Krebsformen und einer chronischen Immunschwäche. Bei der natürlichen Schwangerschaft durchschleust die Eizelle nach dem natürlichen Eisprung den Eileiter, in dem auch die Befruchtung erfolgt. Durch die weitere Bewegung durch den Eileiter durchläuft das befruchtete Ei ein Milieu, das für die weitere Entwicklung der Eizelle sehr wichtig ist und dieser notwendige Impulse, Hilfen und Signale vermittelt, die sowohl für die Schwangerschaft selbst, wie aber später auch für die Vollentwicklung und für die Geburt wichtig sind. Genau dieser äusserst wichtige Vorgang kommt jedoch durch die Befruchtung im Reagenzglas nicht zustande. Und genau das ist das unlösbare Problem, denn dass der Durchgang durch den Eileiter fehlt, führt zu Fehlentwicklungen. Es werden Gene ebenso falsch aufgeschaltet, wie andere auch falsch abgeschaltet werden, wozu auch die Wachstumsgene gehören, die fehlgesteuert werden. Dadurch werden Kinder schon in früher Zeit übergewichtig, was sich bis ins hohe Alter erhalten kann. Vielfach treten auch vergrösserte Innenorgane in Erscheinung, die irreparabel ausarten können. Besonders minderwertige Spermien, die defekte Gene in sich tragen, die in die Eizellen eingebracht werden, führen zu schweren körperlichen, psychischen und bewusstseinsmässigen Missbildungen. Ausserdem wird beim Einbringen der Spermien in die Eizellen deren Spindelsystem verletzt, das für die Trennung der Chromosomen verantwortlich ist. Das wiederum bildet einen weiteren Faktor zu Risiken, aus denen allerlei Missbildungen, Krankheiten und eine Immunschwäche sowie geschlechtliche Deformationen usw. entstehen können.

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